Für die Bewohner der Einrichtung St. Thomas Heidelberg wird ein begleiteter Ausflug im Rahmen der Tagesstruktur nach Freiburg noch lange in schöner Erinnerung bleiben.
Schon während der Zugfahrt war die Vorfreude spürbar – es wurde gelacht, erzählt und die Gemeinschaft genossen. Der Tag wurde genutzt, um die Freiburger Altstadt kennenzulernen, das Münster zu besichtigen und schließlich den Weihnachtsmarkt zu erkunden. Ein kleiner roter Herrnhuter Stern als Erinnerung sorgte für ein erfreuliches Einkauferlebnis.
Zwischen den jeweiligen Programmpunkten fand sich die Gruppe in einem Restaurant und in einem Café zur Stärkung ein.
Das konzentrierte Unterwegssein und das ständige Aufschließen in der Gruppe – ob im Zug, im belebten Bahnhof oder in der trubeligen Innenstadt Freiburgs – sowie die direkten Begegnungen mit zahlreichen freundlichen, fremden Menschen waren für unsere Bewohner eine anspruchsvolle, aber auch angenehme Herausforderung, da sie in ihrem Alltag ruhigere Verhältnisse gewohnt sind. Auch das offen gezeigte Wohlwollen der Passanten wurde sehr geschätzt und genossen. Eine besonders erhebende Situation wird unserer kleinen Reisegruppe abschließend in Erinnerung bleiben, die sich auf der Heimfahrt im Zug ergab: Ein überaus freundlicher Mitreisender fand solch einen Gefallen an der fröhlichen Atmosphäre unserer Gesellschaft, dass er unseren Bewohnern den auf dem Weihnachtsmarkt erstandenen Stern im Abteil aufhängte und ihnen kleine Gaumenfreuden ausgab. Diese Gesten waren von einer Herzlichkeit geprägt, die die Gruppe tief berührte. Der gemeinsame Gesang eines Weihnachtsliedes quittierte diese wertschätzende Großzügigkeit des Mitreisenden mit großem Dank und sorgte bei allen Beteiligten für eine ausgelassene Stimmung. Für uns von St. Thomas e.V. ist dies ein wichtiger Beweis, dass – wider manches Vorurteil – psychisch erkrankte Menschen ebenso in der Lage sind, mit ihrer empfundenen Fröhlichkeit „gesunde“ Menschen anzustecken und diesen einen schönen Moment zu bescheren! Für uns ist das ebenfalls auf eine besonders schöne Weise gelebte Psychiatrie!
Dieser Tag hat unseren Bewohnern nicht nur eine schöne Stadt nähergebracht, sondern auch gezeigt, wie viel Wohlwollen, Vertrauen und Menschlichkeit einem im Alltag begegnen können, wenn man sich nur traut die gewohnte Umgebung zu verlassen. Diese gemeinsame Zeit bleibt für alle unvergesslich.
Wir möchten diesen kleinen Bericht nicht beenden, ohne dem uns leider unbekannten, beherzten Zugpassagier für seine aufmerksame Fürsorge und die gemeinsame Zeit zu danken! St. Thomas e.V.